The last dance – mit mim Team

Was für eine spannende und lehrreiche Zeit durfte ich erleben, welche nun demnächst endet. Ich durfte mit meinen Teams und meinen Trainerkollegen Oliver und Sascha wirklich viel erleben. Als ich im Jahr 2019 die 1. Herrenmannschaft des HC Flawil als Cheftrainer übernehmen durfte, war ich bis zuletzt ebenfalls noch Spieler in dieser Mannschaft. Wie würde die Akzeptanz meiner ehemaligen Teamkollegen nun sein? Wie gehe ich mit schwierigen personellen Entscheidungen um? Wie verhalte ich mich? Mit welcher Philosophie will ich meine Mannschaft führen? Welche Werte sind mir wichtig? Was sind unsere Ziele, welche wir verfolgen möchten? Fragen, welche ich mir immer wieder gestellt habe.
Eine der grössten Herausforderungen war Jahr für Jahr die Zusammenstellung des Kaders für die kommende Saison. Es bedeutete nicht nur, Abschied von Spielern zu nehmen, die ihre sportliche Laufbahn beendeten, sondern auch immer wieder talentierte junge Athleten ziehen zu lassen, die bei anderen Vereinen ihren Traum vom Leistungssport weiterverfolgten. Jeder dieser Abgänge fiel uns schwer. Und doch war in jedem Abschied auch ein Stück Stolz spürbar – Stolz auf die hervorragende Arbeit unserer Jugendabteilung, die diese Entwicklung überhaupt erst möglich gemacht hat. Diesbezüglich gilt es an dieser Stelle ein grosses Dankeschön und auch Lob an die entsprechenden Trainerinnen und Trainer auszusprechen, welche diese jungen Sportler und Menschen ausgebildet haben und ihr Wissen weitergegeben haben. Meiner Meinung nach gehört der Handballclub Flawil zu den Top-Ausbildungs-Vereinen in der Region, zeigen doch immer wieder Vereine mit Elite-Teams und Vereine aus der NLB oder SHL grosses Interesse an Flawiler Juniorinnen und Junioren und bedienen sich gerne bei HC Flawil. Wie oft haben wir uns die Frage gestellt, was wäre möglich, wenn?

Wie erwähnt durfte ich viele tolle Emotionen mit meinen Spielern erleben und für unseren Verein ausserordentliche Erfolge feiern. Ich bin nun mal so frech, dies so zu sagen. So kitschig dies nun auch tönt.

Mit dem Aufstieg in die 1. Liga haben wir Grossartiges vollbracht. Mittlerweile neigt sich die 4. Saison bereits dem Ende entgegen. Mit sehr sehr jungen Akteuren bestreiten wir die Meisterschaft in der 3. höchsten Liga des Schweizer Handballs. Wer hätte uns dies zugetraut? Immer wieder durften wir Glückwünsche entgegennehmen, was wir mit diesen jungen Teams erreichten und erreichen. Was will ein junger Spieler mehr, als Spielpraxis? Trainieren ohne Ende? Was bringt Spieler weiter? Wann wachsen Sportler an Entscheidungen? Im Training oder beim Ernstkampf? Wenn es einen Verein, ein Team gibt, wo junge Spieler zu viel Spielzeiten kommen, dann gehört das junge Fanionteam des HC Flawil mit Sicherheit dazu. Wir dürfen stolz sein. Auch wenn wir keine Erfahrung hatten, wenn wir immer wieder das halbe Team auswechseln und zusammenstellen durften. Wir haben uns behauptet! Wir haben uns in einer Liga behauptet, in der ehemalig NLA Topscorer, x-fache NLA Spieler, Nationalspieler, bei unseren gegnerischen Teams reihenhaft auf der Platte standen. Wir haben mehr als Paroli geboten, waren mehr als nur Sparringspartner. Wir setzten immer wieder Nadelstiche oder Ausrufezeichen. In vielen Spielen, welche ausgeglichen waren und knapp verloren gingen, war leider oftmals jedoch genau diese fehlende Erfahrung der kleine aber entscheidende Unterschied. Unser Talent, unser Wille, unser Mut, unsere Taktik, unsere Flexibilität waren dennoch unser Erfolgsgarant. All das mit lediglich 2 Trainingseinheiten pro Woche. Aber, und auch das muss ich sagen, war halt nicht immer alles goldig und Friede, Freude, Eierkuchen. Die vielen Niederlagen haben mir oftmals zugesetzt. Das Team immer wieder aufzubauen nach tollen Leistungen und trotzdem knappen Niederlagen, hat extrem viel Energie gekostet. Kamen dann noch Ferienabwesenheiten von teils mehreren Spielern während Meisterschaftsspielen dazu, fühlte ich mich oftmals im falschen Film. Ist dies einfach die aktuelle Generation? Wo ist der Ehrgeiz? Wo ist der unbändige Wille, alles dem Handball unterzuordnen?  Wir spielen verdammt nochmals in der 3. höchsten Liga. Entschuldigung für die Wortwahl! Doch es liegt nicht an mir dies zu beantworten. Oftmals hörte ich genau dies auch von meinen Trainerkollegen aus den vielen spannenden Gesprächen, welche ich führen durfte. Ich stellte mir oftmals auch die Frage, was wäre gewesen, wenn…? Diese Antwort werde ich leider nie beantworten können. Aber ich muss zugeben, dass oben genannte Faktoren dazu beigetragen haben, dass dies meine letzte Saison des Herren 1 sein wird.  Dennoch bin ich unendlich dankbar und stolz Trainer während sieben Saisons dieser unterschiedlichsten Mannschaften gewesen zu sein. Dieser jungen Akteure und bereits Persönlichkeiten, jeder in seiner Art einzigartig. Ihr werdet mir fehlen! Ich möchte mich auf diesem Weg bei Beni bedanken, welcher mir die Chance anbot und ermöglicht hatte, Trainer vom „H1“ zu werden. Ich möchte mich bei Oli und Sascha für eure Unterstützung, Geduld und die vielen tollen Momente bedanken. Wir haben viel gelacht, uns geärgert und philosophiert und dabei auch das eine oder andere isotonische Getränk oder Glas Rotwein getrunken. Danke! Von ganzem Herzen möchte ich mich auch bei all meinen Spielern bedanken, welche in meinen Teams gespielt haben. Danke für euren Einsatz, danke dass ihr eure Knochen hingehalten habt. Danke das ihr diesen Weg mit mir gegangen seid.

Roman

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